Kreativität ist nicht planbar. Sie ist unberechenbar, unstrukturiert. 

Kreativität ist Chaos pur! 

Im ersten Moment. Bei genauerer Betrachtung ist auch das nicht wahr. Denn sie folgt dem grossen Gesetzen und Strukturen des Lebens selbst. 

Damit wir kreativ sein können brauchen wir die Fähigkeit das Chaos zu lieben. 

Jeder Mensch kommt als ein zu tiefst kreatives Wesen auf die Erde. Kinder sind so kreativ, so chaotisch, dass es die meisten Erwachsenen überfordert. 

Und dann beginnt etwas was wir Erziehung nennen. Wir rechtfertigen es mit Generationstraumata und die meisten Erwachsenen glauben sogar dass genau das wichtig wäre. 

Dabei ist es in den meisten Fällen enorm übergriffig. Das Wesen des Kindes wird beschnitten. Es wird in seinem Spiel unterbrochen oder gar beeinflusst. Ein anderer Mensch masst sich an zu wissen, was das Kind gerade braucht oder tun muss. 

Der Erwachsene verurteilt, bewertet das Chaos des Kindes, weil er oder sie mit seinem eigenen Inneren Chaos überfordert ist. 

Die Idee von Ordnung wird schnell zu struktureller Gewalt und der junge Mensch beginnt sich von seinem kreativen Fluss abzutrennen. Oft sind die Eingriffe so belastend, dass dieser Mensch selbst zu einem, vermeintlich ordentlichen und strukturierten Erwachsenen heran wächst. 

Die Unschuld der Kreativität hat sich darin leider längst verloren. Das Chaos wird abgelehnt, äussere Strukturen greifen anstatt, dass die organischen Gesetze des Lebens den Menschen leiten. 

Kreativität wird manchmal sogar zum Feind, denn sie ist unplanbar, passt auf keine ToDo-Liste und wird zu einem grossen Mysterium. 

Der Mensch hat sich abgetrennt, von seinem kreativen Flow, vom grossen Geist, dem Leben selbst. Er wird praktisch und funktioniert. Doch eigentlich passiert all das aus einem eingefrorenen Nervensystem heraus. 

Das Leben wird zur Bürde, anstatt einer grossen Feier. Es ist organisiert, strukturiert und hat jede Lebendigkeit verloren. 

Um sich nun diese Lebendigkeit, die Unschuld, den eigenen kreativen Ausdruck zurück zu holen bedarf es Radikalität. Alles was nicht dem Leben selbst dient, was den Menschen zu einem nur Verstandesbasierten, Befehle ausführenden Wesen macht, muss vergessen, ja gar zerstört werden. 

So lange bis das was wir Gott nennen, der grosse Geist des Lebens, wieder frei durch unsere Zellen fliessen kann. 

Solange bis der blanke, chaotische Boden übrig bleibt in den wir neue kreative Samen pflanzen können.