Manchmal kommt es vor, dass ich das Gefühl habe zu viel zu sein. 

Zu laut, zu anstrengend, zu emotional. 

Dann ziehe ich mich zurück, werde klein, leise und mache Konflikte mit mir selbst aus – anstatt in den Kontakt mit anderen zu gehen.

Oft habe ich das Gefühl anderen Gegenüber zu übergriffig zu sein. Bekomme Rückmeldungen, die mir sagen dass ich doch weniger teilen soll.

Ich forsche. 

Mein grösster Antrieb im Leben ist authentisch zu sein, lebendig – wie ein Kind. Das auszudrücken was gerade da ist.

Kunst drückt es in Farben, Formen und Klängen aus. Das tut gut. So kann ich mich aus dem Kontakt mit Menschen nehmen, wenn es mir zu viel wird – anstatt diesen Konflikt auszuhalten. 

Es erscheint mir ein schmaler Grad zwischen diesem Zen-Leben – in die Meditation zu gehen statt in die Konfrontation – und einem lebendigen Ausdruck dessen, was gerade geteilt werden will. 

Ich forsche gerade in meinen Grenzen und merke immer stärker, dass es auch – oder gerade – in der spirituellen und therapeutischen Szene starke Tendenzen gibt Macht auf andere Menschen auszuüben. 

Es „menschelt“ halt. Ich erlebe es immer wieder, dass alte Muster ausgenutzt werden, um einen anderen Menschen zu manipulieren. Ich beobachte manchmal auch mich selbst dabei. 

Ich erlebe mich dann als zu anstrengend, zu fordernd, zu übergriffig. 

Dann tut es mir gut zu gehen, inne zu halten. Zu malen, zu tanzen, Musik zu machen. Mit mir zu sein, mit Gott zu sein. 

Bis mein Nervensystem sich soweit beruhigt hat, dass ich wieder gut und geklärt in einen Kontakt gehen kann.

Die Schritte gehen dann zwar gefühlt viel langsamer, gleichzeitig verändert sich nachhaltig etwas. Mein Nervensystem – und vielleicht auch das meines Gegenübers – macht eine neue Erfahrung. 

Zeichne ich dann noch ein Mandala, so tauche ich tief in diese uralten Strukturen von Verletzungsmustern ein und kann einige davon auflösen, ins Licht bringen.

Ja, die Verletzung fand immer im inneren Kind statt. Gleichzeitig wird sie von Generation zu Generation weitergegeben, solange bis es ein Mensch schafft sie zu heilen. 

Dann endet dieser Kreislauf und die wahre Essenz dessen kann und darf sich entfalten.

In meinem Fall könnte es mein lebendiger Ausdruck sein, der Mut Dinge klar und liebevoll anzusprechen. Nicht in Vorwürfen zu versinken, sondern es wirklich auf den Punkt zu bringen, so dass alle Betroffenen neue Wege des Wandels gehen können. 

Vor allem aber mich selbst dafür zu lieben noch nicht perfekt zu sein. Für mein inneres Schnuffi eine gute Mama und ein guter Papa zu sein. 

Darin bin ich Lernende und Forschende. Vielleicht eines Tages ein Meister, auf alle Fälle neugierig auf den lebendigen Ausdruck des Seins.