Interview

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Dr. Jochen Niemuth
Zendo und Meditationsleitung.

1958 wurde ich in Würzburg geboren, das nur etwa 25 km von Karlstadt entfernt liegt, wo ich meine Kindheit verbracht habe und heute lebe. In Würzburg besuchte ich das Gymnasium und begann 1976 mit dem Studium der Biologie, das ich mit einer Promotion in Biologie/Philosophie abschloss. Gerade mein Philosophiestudium bei Prof. Heinrich Rombach hat mir entscheidende Impulse für meinen weiteren Weg gegeben. Auslandsreisen nach Indien, Amerika, China, Korea, Japan, Indonesien und verschiedenen europäischen Ländern haben dazu beigetragen, mein Erstaunen und meine Freude über die unterschiedlichen Kulturen unserer Erde zu erwecken. Auf meinem spirituellen Weg wurde und werde ich von vielen Seiten inspiriert. Tief beeindruckt hat mich die Freiheit und Spontaneität des östlichen Geistes; aber auch der Mystik des Abendlandes verdanke ich viele wertvolle Anregungen. Von besonderer Bedeutung waren für mich die Begegnungen mit Osho, Krishnamurti und Balaji Tambe. Auch die Weltsicht von Seth, wie sie in den Büchern von Jane Roberts übermittelt wird, und die Sichtweisen von „Abraham“, wie sie von Esther und Jerry Hicks so kraftvoll und ermutigend weitergegeben werden, beeindrucken mich immer wieder von neuem. Für all dies bin ich zutiefst dankbar.

Seit 1983 widme ich mich intensiv dem Studium des Zen unter der Leitung von Willigis Jäger, bei dessen Zenlinie ich als Zenlehrer tätig bin. In Begleitung von Willigis Jäger sind mir einige der tiefsten Einsichten und Erkenntnisse zuteil geworden, für die ich außerordentlich dankbar bin.

Zur Zeit lebe und arbeite ich freiberuflich hauptsächlich in Karlstadt. Mein Interesse gilt in besonderer Weise dem Versuch, das freudige, lebensbejahende Denken der Philosophie mit dem spontanen, unberechenbaren und intuitiven Ansatz der Kunst und der Meditation zu verbinden. In Seminaren, Meditationskursen, Vorträgen, Ausstellungen und meinen Büchern versuche ich dieses Thema zu erarbeiten und zu vertiefen. Dabei scheint mir die Dimension der Kreativität und des Gespräches in Verbindung mit Meditation von grundlegender Bedeutung zu sein. Wie kann der Mensch – in Gemeinschaft mit der Natur – eine wirklich lebenswerte, schöpferische und glückliche Welt gestalten? Was ist unser Anteil am Entstehen unserer Lebenswirklichkeit? In welche Richtung wollen wir uns entwickeln? Diese Fragen erscheinen mir heute sowohl auf der persönlichen wie auch auf der gesellschaftlichen Ebene von größter Relevanz zu sein. Wie könnte ein wirklich erfülltes und glückliches Leben für uns aussehen?

Die Grundstruktur des Mandala hat mir hierzu viele wertvolle und wichtige Impulse und Anregungen gegeben. Der Archetyp des Mandala fasziniert mich schon, seit ich mich erinnern kann. Überall bin ich auf Mandalas gestoßen, ob es nun die Weihnachtssterne und Blumen der Kindheit waren oder die zauberhaften Radiolarien, Kieselalgen, Pflanzenstengelquerschnitte und Kristallstrukturen, die ich während meines Studiums unter dem Mikroskop untersuchen konnte. Mandalas vermitteln einen Zugang zur Spiritualität ebenso wie zum alltäglichen Leben. Die heilende und klärende Wirkung der Mandalastruktur konnte ich schließlich gewissermaßen am eigenen Leib erfahren, als ich begann, selbst Mandalas zu malen. Ich erfuhr, wie sich mein Bewusstsein beim Zeichnen oder Malen beruhigte, ordnete und zugleich freier und unbelasteter wurde. Tatsächlich habe ich durch das Mandala gelernt, klarer zu denken und die Welt deutlicher, schöner und reicher zu erfahren. Zudem ist es immer wieder eine erstaunliche und beglückende Erfahrung, durch das Malen eine Wirklichkeit hervorzubringen bzw. neue Dimensionen der Wirklichkeit zu erforschen und sichtbar zu machen. Das Gestalten von Mandalas ist daher seit vielen Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens.

Unser „Zendo am Saupurzel“ bietet mir die optimalen Möglichkeiten gemeinsam mit anderen zu meditieren, zu malen und mich in einer freundschaftlichen Atmosphäre mit Interessierten auszutauschen. Ich bin daher allen Besuchern, Referenten und Freunden des „Zendo am Saupurzel“ ausgesprochen dankbar, denn so ist ein Ort der Heilung, des Friedens und der Kreativität entstanden, der uns allen eine Freude ist.