Die verletzte Struktur in mir und Dir?

„Liebe ist wie ein Gummiball“

Dieser Satz hüpft gerade in meinem Kopf herum.

Doch was sagt mein Herz zu Liebe?

Erst einmal ist es tief berührt, es glüht, es brennt.

Da ist ein Schmerz in mir, in meinem Herzen. Ein Verlust. Ich habe gerade etwas verloren, was mir wichtig ist und gebe dem Schmerz viel Raum.

Mein Herz ist sagt: „Liebe ist immer da.“

Vor kurzem habe ich die Geschichte „Momo“ von Michael Ende angefangen zu hören.

Ein Zitat von Meister Ora hat mich sehr berührt. Er spricht davon, dass Zeit, die wir nicht mit dem Herzen wahrnehmen verloren ist.

Seit Tagen begleitet mich diese tiefe Weisheit. Ich mag nicht mehr anders leben als in der vollen Präsenz des grossen Geist des Lebens, der für mich im Herzen zu Hause ist.

Gestern habe ich einen Mandala-Mondkreis geleitet zum Neumond und eine Teilnehmerin meinte: „Uih, das ist aber viel Struktur für mich“ als wir begonnen haben mit dem Zirkel die Kreise festzulegen.

In unserem Herzen glaubte ich lange, gibt es keine Struktur – ist alles offen frei und weit.

Doch wenn ich tiefer blicke erkenne ich, dass es nicht stimmt. Struktur ist immer da, eine heilige Geometrie des Lebens zeichnet sich in allem und jedem ab.

Ich behaupte, dass wir alle in der westlichen Welt schwer verletzt sind durch ungesunde Struktur.

Die einen fühlen in sich grosse Widerstände gegen jegliche Art von Struktur und wünschen sich einen weiten, offenen Raum. Das fühlt sich für diese Personen frei an.
Oftmals ist es gepaart mit einer Suche in Reisen oder Spiritualität. Daran ist nichts falsch, es kann einfach ein Ausdruck dieser Verletzung sein.

Die anderen fühlen sich gehalten in dieser Art von Struktur. Sicher und vielleicht sogar geborgen, zumindest aber zu Hause. Oftmals gibt es an dieser Stelle eine Verwechslung der eigenen Wahrhaftigkeit. Dann fühlt sich die Struktur an wie ein „Ich“, obwohl sie nur etwas aufgesetztes ist. Auch daran ist nichts falsch.

In beiden Fällen wird Liebe oft verwechselt mit Taten im Aussen. Der Liebe im anderen, der Liebe in Tätigkeiten.

Gleichzeitig fühlen sich viele Menschen nicht mehr wohl in dieser Verletzung und alles strebt nach Heilung.

Die Liebe ruft. Eine starke Sehnsucht macht sich breit.

Oftmals sind die Verletzungen so tief, dass wir sie nicht spüren wollen oder können. Das ist erstmal eine gesunde Reaktion unseres Systems.

Es hat etwas abgespalten, womit es nicht umgehen kann – um ein Weiterleben zu ermöglichen.

Doch oft fehlt dadurch eine Qualität in unserem Leben. Wahre Freude, tiefes Glück, echte Wut um etwas zu verändern. All das sind Qualitäten, die in uns schlummern und durch diese abgespaltenen Anteile oftmals im Verborgenen liegen.

Vielleicht schmerzt dein Herz jetzt auch. Ich mag uns zu einer neuen Sichtweise einladen und den Schmerz als Berührung wahrnehmen.

Mein Herz ist tief berührt. Da ist Sehnsucht.

Sehnsucht nach echter Begegnung. Nach echtem Kontakt. Nach authentischen Sein und vor allem einem Erleben dieser echten Liebe.

Eine Liebe, ein Erleben das aus dem Herzen kommt.

Der wichtigste Schritt für mich liegt darin diese verletzen Strukturen in mir zu entdecken und zu heilen.

Mit den Mandalas komme ich tief an diese Punkte und zeichne mich weit.

Bei vielen Menschen, die mit mir oder für Dich zeichnen, erlebe ich ähnliche Effekte.

Einfach durchs zeichnen dieser gottgebenen, heiligen Struktur, eines Abbildes des Universums, geht etwas in Heilung.

Die göttliche Ordnung eines Mandalas berührt diesen Punkt in uns. Die Strutur dessen ist nichts was auslöst, sondern, in Normalfall, beruhigt sie sehr tief. Sie berührt und sie lädt ein selbst wieder diese Struktur zu werden.

Alleine durch das Zeichnen dieser Kreise, Striche, Spiralen, die so tief verbunden sind mit der Quelle, geht unser Schutzschild auf. Alte Verletzungen kommen hoch und dürfen sich zeigen, dürfen gehalten werden.

Gleichzeitig ist es alleine das Zeichnen dieser heiligen Strukturen, die uns in Verbindung bringen mit unserem Kern. Der Kern, an dem wir ganz sind, eins mit allem was ist. Es ist eine Meditation, ein Gebet. So in etwa als würdest Du in eine Kirche oder einen heiligen Tempel gehen und Dich nur auf das göttliche ausrichten. Doch Du musst dazu nicht Dein Haus verlassen, es reicht wenn Du einfach Stift, Zirkel und Papier nimmst und beginnst zu zeichnen.

Mit jedem Mandala heilt die verletzte Struktur, sie weicht dem was schon immer da war. Es überträgt sich auf ganz eigene Weise vom Papier auf das Leben.

Noch schöner, durch das Zeichnen selbst entwickele ich eine neue Art zu denken, eine neue Art zu gestalten. Wenn das öfter wiederholt wird, wandert ganz automatisch das Bewusstsein hin zu genau dieser Gestalt des Lebens.

Dein Körper wird dann zum Stift und Dein Leben ist das Papier, auf dem ganz natürlich und gleichzeitg magisch-mystisch ein eigenes Mandala entsteht. Dann bist Du das Mandala, dass durchs Leben schreitet.

Doch nicht nur das verändert sich. Nein, auch meine Aufmerksamkeit wird weiter. Ich beginne Strukturen zu erkennen und gleichzeitig zu hinterfragen. Tut mir diese Art von Struktur gut oder brauche ich etwas anderes?

Ja, es ist sogar noch einfacher, denn nach und nach verschwinden ungesunde Strukturen und ersetzen sich durch neue, viel gesündere, „heilere“ als die, die ich vorher kannte.

Vermeintlich zeichnen wir ein schönes Bild, doch in uns passiert noch etwas anderes. Im schönsten Fall darf eine alte Verletzung in Heilung gehen.

Wenn die Struktur in sich heilen darf und wieder zu der heiligen Geometrie wird, die sie einst war, als Kind, dann komme ich wahrhaftig in meinem Herzen an.

In unserem grossen Herzen, in dem wir alle eins sind.